Warum Malerei?

Für mich ist Malerei eine der archaischsten Bildformen. Aus einer Art Urschlamm, der Farbe, etwas zu erschaffen, hat für mich etwas Erhabenes, das mich an die Kreation Adams aus dem Staub der Erde denken lässt.

Die materielle Qualität und die Körperlichkeit gemalter Bilder stehen für mich im Kontrast zu den digitalen Bildern bzw Bildwelten, mit denen ich aufgewachsen bin und die unsere Gegenwart dominieren. Sie sind für mich körperlos bzw heimatlos: auf beliebigen Geräten ausspielbar, druck- und projizierbar in jeder Größe und auf jeden Untergrund. Man könnte meine künstlerische Praxis als eine Art Trauerarbeit bezeichnen, die sich um diesen von mir empfundenen existenziellen Mangel dreht. Dabei verwende ich Bildkonventionen der Malerei als Kontrastmittel, um die spezifischen Eigenschaften digitaler Bilder erfahrbar zu machen.